VICTAS INTERVIEWS-Yuto Muramatsu | VICTAS Tischtennis Ausrüstung

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Interview

YUTO
MURAMATSU

Die erste Hürde seiner Tischtennis Karriere, überkommen nach Tränen.

Yuto Muramatsu ist ein Spieler, dessen Leistungsniveau sehr schwer einzustufen ist. Nachdem er gegen einen der besten Spieler der Welt fantastisch gespielt hat, so kann er daraufhin gegen einen Spieler, gegen den er stark favorisiert ist, sang und klanglos untergehen.

Seine Spielweise als moderner Abwehrspieler ist sehr variabel und unvorhersehbar. Er hat in sein Abwehrspiel unberechenbare Angriffsschlägen eingebaut, sowohl mit der Vorhand als auch mit dem für Abwehrspielern seltenen Rückhandtopspin. Durch dieses überraschende Spielsystem hat er es bis auf Platz 23 der Weltrangliste geschafft.

Man könnte behaupten, dass Yuto`s Spielweise an die des ehemaligen japanischen Ausnahmespieler Koji Matsushita erinnert. Allerdings erkennt man auch sehr schnell, dass die Persönlichkeiten der beiden sich grundsätzlich unterscheiden. Koji Matsushita ist der Meinung, dass „Yuto das Talent hat, um ein Top 10-Spieler zu werden. Er müsste sich jedoch mental etwas verbessern".

"Jeder sagte zu mir, ich müsste mich im mentalen Bereich verbessern. Vielleicht sollte ich das Buch von Shuzo Matsuoka lesen, aber ich weiß nicht, was ich denn genau machen soll." In seiner eher zurückhaltenden und bescheidenen Art verwendet er nicht die übliche aggressive Sprache von jungen Sportlern. Nur einmal brachen die Emotionen aus ihm heraus: Nach seinem Sieg über Joao Monteiro bei der Weltmeisterschaft 2017 in Düsseldorf liefen dem Spieler, der sich sonst so bescheiden verhält, die Freundentränen über das Gesicht.

Es war seine erste Hürde.

Rückblickend sagt er: "Ich hatte bis dahin keine guten Resultate erzielt, es war eine schwierige Zeit. Diese WM 2017 war die erste Hürde für den professionellen Spieler Yuto Muramatsu, die er bravurös meisterte.

Yuto kommt aus einer Tischtennis-verrückten Familie im positiven Sinne. Durch einen Verwandten fand er recht schnell den Weg in einen Tischtennis Verein – seine Tischtennis-Karriere war im Grunde unvermeidbar. Auf Empfehlung seines Grossvaters wechselte er im Alter von 8 Jahren auf eine defensive Spielweise – bereits 6 Monate später trug das neue Spielsystem Früchte, Yuto gewann die landesweite Meisterschaft der Zweitklässler.

Einige Zeit später trat er der so genannten „Elite-Akademie“ bei, eine Elite-Förderung des japanischen Tischtennis-Verbandes. Dies bedeutete einen weiteren Schritt in Richtung eines professionellen Tischtennis-Spielers. Allerdings verlief nicht alles reibungslos: „Nachdem ich 2017 für die Weltmeisterschaft nominiert wurde, konnte ich in der folgenden Zeit keine guten Ergebnisse erzielen.“ Bei den wichtigen Qatar Open 2017 verlor Yuto gegen die Nr. 119 der Welt, Abdel-Kader Salifou aus Frankreich, chancelos mit 0:4. „Wenn ich das Gefühl habe, das ich das Spiel verlieren kann, so verlor ich immer mehr meinen Mut und das Selbstvertrauen schwand.“ Auch in den anschließend Turnieren konnte er nicht überzeugen, und diese Zeit hat Spuren bei ihm hinterlassen: „Ich war immer sehr wütend auf mich selbst, weil ich so enttäuscht war.“

Doch er wolle das Problem angehen und sich weiter nach vorne pushen – er forcierte sogar das Kraftttraining, dass ihm eigentlich überhaupt nicht zusagt. „Mein sehr variables Spielsystem benötigt sowohl Angriff- als auch Abwehrtraining. Ich hatte phasenweise das Gefühl, ich müsste doppelt so viel trainieren wie meine Kollegen.“ Aber dieses Training spornte ihn immer weiter an und tief im Inneren spürte er das Feuer in sich: „Ich will gewinnen!“

Mein Tischtennis macht "doppelt" viel Spaß.

Dies ist genau der Grund, weshalb er vor Freude explodierte, nachdem er sein Spiel gegen Monteiro bei der WM 2017 gewann. Er schmiss beide Hände nach oben und sprang schreiend in die Luft. "Man könnte sagen, dass der Jubel etwas übertrieben war, schließlich hatte ich mich erst für die Runde der letzten 32 qualifiziert. Dieses Spiel war jedoch ein sehr wichtiger Sieg für mich."

Das Training in der deutschen Tischtennis Bundesliga, dass er im Sommer 2016 bei den TTF Liebherr Ochsenhausen aufgenommen hatte, kam ihm dabei sehr zu Gute. „Mein Vertrag war nur ein Jahr gültig, aber ich habe gelernt, wie das Leben eines professionellen Spielers auszusehen hat.“

Ziel, denn in den Top 20 sind Defensivspieler kaum noch aufzufinden. Warum sollte es also gerade er mit seinem speziellen Spielssystem schaffen? „Meine Spielweise verbindet das Abwehrspiel mit überraschenden Angriffsbällen – diese Art des Spiels macht mir doppelt so viel Spaß wie einem klassischen Angriffsspieler. In der Abwehr muss ich alles zurückbringen und immer weiter durchhalten, um dann dem Gegner plötzlich einen Ball reinzuhämmern. Das macht Spaß!“ Wie sind seine Chancen für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio? "Dazu kann ich wirklich noch nichts sagen. Aber ich denke, dass ich mit meinem Abwehrspiel global sicherlich meine Chancen bekomme.“

(Interview, Text ediert von Kanae Takeda ; Rallys Redaktionsbüro)

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