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Interview

KOKI
NIWA

Immer stärker werden!

Die brennende Leidenschaft eines ruhigen Mannes.

„Ruhig und gelassen“, diese Beschreibung passt perfekt für Koki Niwa. Im Gegensatz zu den ganzen Spielern, die ihre Motivation durch lautes Schreien am Tisch demonstrieren, zeigt Koki während seinen Spielen selten irgendwelche Emotionen. „Ich finde es komplett in Ordnung, dass es auch Spieler wie mich gibt,“ sagte der junge Mann in seiner tiefen Stimme. Es ist kaum zu glauben, dass er erst 22 Jahre alt ist.

 

Derzeit ist er die Nummer 9 der Weltrangliste. Zudem hat er eine Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Rio gewonnen und ist einer der wichtigsten Spieler Japans geworden. Trotzdem spricht Koki mit einem unbeeindruckten Gesicht über die Olympischen Spiele: „Die Silbermedaille in Rio... naja, ich bin nicht so froh darüber“. Als wir nach dem Grund hierfür fragten, sagte er: „Naja, ich habe beim Mannschaftswettbewerb alle drei meiner eigenen Spiele verloren. Das Meiste haben meine Teamkollegen Jun Mizutani und Maharu Yoshimura geleistet. Anstatt mich über die Medaille zu freuen, war ich wütend und frustriert darüber. Ehrlich gesagt frage ich mich noch immer, ob ich die Medaille wirklich verdient habe.“ Bezüglich des Erfolgs, den die japanische Tischtennis-Szene in letzter Zeit erreicht hat, meinte er ebenfalls, dass es bloß ein Zufall sei. „Die japanische Mannschaft hat viele gute Spieler. Deswegen sind wir relativ stark in den Mannschaftswettbewerben, aber im Einzelwettbewerb gibt es weltweit sehr starke Spieler. Deshalb sind, abgesehen von China, die Chancen gegen andere Länder zu gewinnen 50:50.“

 

Er ist kein Pessimist, sondern ein Realist. Sein realistisches Denken kommt von seinen Erfahrungen als Spieler, der seine Karriere bereits in sehr jungen Jahren begonnen hat. Koki gab sein Debüt im Alter von 14 Jahren, als das jüngste Mitglied der japanischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2009. Die Medien betitelten Ihn damals als ein „Tischtennis-Wunderkind“. Wenige Jahre später schlug er Ma Long während der Qualifikationsrunde für die Olympischen Spiele 2012 in London. Zudem gelang ihm als junger Spieler in der Saison 2013/14 ein weiterer Rekord: Die beste Bilanz in der deutschen Tischtennis-Bundesliga.

„Die natürliche Weise“ der Kontrolle seiner Emotionen

Alle (außer Niwa selbst) waren sehr aufgeregt, als er die Tischtennis-Szene betrat. Sie nannten ihn „die männliche Version von Ai Fukuhara“. In dieser Zeit war er der Einzige, der ruhig geblieben ist. Überraschender Weise sagte er: „Ich war ein sehr schwieriges Kind. Meine Eltern konnten mich kaum im Zaum halten“. Allerdings sagte er auch: „Je mehr Spiele ich im Tischtennis gewinnen konnte, desto gelassener wurde ich. Ich denke, dass dies der natürliche Lauf der Dinge ist.“ Viele Lebewesen haben die Fähigkeit, sich an ihre Umgebung anzupassen. Auch Koki konnte sich an seine neue Umgebung anpassen und hat zudem gelernt, seine Emotionen zu kontrollieren. Er hat weder schlaflose Nächte, noch wird er nervös vor einem Spiel. Er hört keine Musik und folgt keinen bestimmten Ritualen. Koki schließt einfach seine Augen, legt sich hin und entspannt sich. Innerhalb einer minutenlangen Meditation entfernt er jegliche Ablenkungen und wird konzentriert.

David gegen Goliath; Fortschritt um sich gegen die Welt zu behaupten.

Alles machen, um stärker zu werden. Koki Niwa, der an diese Worte glaubt, bekam vom Tischtennis-Gott eine Hürde mit auf den Weg: Seiner Körpergröße. Egal, wie sehr er es sich auch wünschte, er wurde nie größer als 160 cm. Es ist bekannt, dass die Körpergröße großen Einfluss auf die Durchschlagskraft des Spielers hat. Alle Topspieler aus China sind mindestens 180 cm groß. Wenn man weniger Kraft besitzt als sein Gegner, kann man seine Spiele nicht gewinnen, wenn man auch nur einen Schritt weg vom Tisch macht. Aus diesem Grund entschied sich Koki Niwa, sein Spiel auf ein „super aggressives“ Angriffsspiel aufzubauen, bei dem er immer nah am Tisch bleiben muss. Hierzu wendet er nicht nur sein sehr ausgeprägtes Ballgefühl an, sondern auch ein paar raffinierte Schlagtechniken, wie z.B. seine schnelle Rückhand-Banane.

 

Nachdem Koki im April 2017 seinen Uni-Abschluss gemacht hatte entschied er sich, ein professioneller Tischtennisspieler zu werden. Sein erstes Turnier als Vollprofi war die Weltmeisterschaft in Düsseldorf / Deutschland, bei dem er auf ganzer Linie überzeugen konnte. Sein Achtelfinalspiel gegen den Lokalmatadoren Ovtcharov (Deutschland, Nr. 5 der Welt) wurde von vielen Fachleuten als das beste Spiel des Tuniers beziffert. Koki war in diesem Spiel der Aussenseiter, doch er spielte volles Risiko und wich dabei keinen Meter vom Tisch zurück. Nach 7 hart umkämpften Sätzen gewann er das Spiel mit 11:9 im finalen Satz. Direkt nach dem verwandelten Matchball streckte er seine Faust in den Himmel und schrie seine Freude heraus: „Während des Spiels war ich höchst konzentriert und voller Emotionen. Nach dem letzten Ball platzte etwas aus mir heraus!“ In der Aussenseiterrolle hatte er nichts zu verlieren – wahrscheinlich war das der Grund, warum er das Spiel gewinnen konnte.

Starke Spieler sehen nach Riesen aus.

Zwischen dem Herausforderer und dem Favoriten gibt es im Tischtennis einen großen Unterschied. „Ich spiele viel besser gegen Spieler mit einer höheren Ranglistenposition. Gegen einen Spieler, der schwächer eingestuft wird, ist es schwieriger zu spielen, da ich mit einer defensiven Denkweise in das Spiel gehe.“ Selbst die besten Spieler der Welt verlieren ab und an gegen einen „unbekannten Spieler“.

 

Viele Spieler der absoluten Weltklasse sagen: „Es gibt Szenen und Situationen im Spiel, die bloß die beiden Spieler am Tisch wahrnehmen und verstehen können.“ Auch Niwa bestätigt diese These: „Es mag sich komisch anhören, aber starke Spieler sehen in machen Situationen riesig aus“..

 

Im jungen Alter von 14 Jahren stand Koki die gesamte Tischtennis-Welt offen. Nach Jahren der harten Arbeit hatte er es schließlich in die Top 10 der Welt geschafft. Ein Ziel, das er sich immer selbst gesteckt hatte. „Ich wollte mich eigentlich immer nur Platz für Platz in der Weltrangliste nach oben spielen, so Koki Niwa, aber selbst als Top 10-Spieler gibt es Duelle, in denen ich als Aussenseiter ins Match gehe.Im jungen Alter von 14 Jahren stand Koki die gesamte Tischtennis-Welt offen. Nach Jahren der harten Arbeit hatte er es schließlich in die Top 10 der Welt geschafft. Ein Ziel, das er sich immer selbst gesteckt hatte. „Ich wollte mich eigentlich immer nur Platz für Platz in der Weltrangliste nach oben spielen, so Koki Niwa, aber selbst als Top 10-Spieler gibt es Duelle, in denen ich als Aussenseiter ins Match gehe.““

 

Seine persönliche Moitivation und das Streben nach der „individuellen Stärke zog Koki immer aus der Existenz von Jun Mizutani. „Ich habe immer zu Jun Mizutani aufgeschaut. Er stand immer an der Spitze der japanischen Spieler und kämpfte für sein Land. Er war unser Idol und der Grund, warum die jüngeren Spieler immer ihr Bestes gaben – wir wollten ihn überholen!“ Dabei war Jun Mizutani nicht der Spielertyp, der die anderen Spieler mit Worten motivierte: „Er motivierte uns jungen Spieler mit seinem Handeln. Eines Tages möchte ich auch als Topspieler an der Spitze stehen und das japanische Team anführen!“

 

Ohne Zweifel gibt es eine Verbindung zwischen diesen beiden Spielern, welche nur sie verstehen können, da sie dieselben Erfahrungen gemacht haben in den großen Tischtennis-Arenen dieser Welt.

Wie wird Koki Niwa bei der Heim-Olypmiade 2020 in Tokio spielen? Er wird sich höchstwahrscheinlich nicht von irgendwelchem Lärm aus dem Publikum abgelenken lassen. Er wird einfach weiterhin ruhig und gelassen bleiben und mit brennendem Feuer im Herzen spielen. Aber von einem können wir sicher ausgehen, dass der Koki Niwa, der auf der anderen Seite des blauen Tisches steht „größer und stärker“ erscheinen wird als je zuvor.

(Interview, Text ediert von Kanae Takeda ; Rallys Redaktionsbüro)

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